Hundefutter im Focus der Stiftung Warentest

28 February 2015

Stiftung Warentest hatte die Produkte des Testes nach folgenden Kriterien bewertet:

•    Preis,
•     Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften und Deklaration
•    Schadstoffgehalt (Arsen, Blei, Kadmium, Quecksilber)
•    Fütterungsempfehlung
•    Nährstoffversorgung nach den NRC Werten

In unseren Augen ist ein gutes Hundefutter jedoch mehr als eine statistische Summe aus Preis, Gesetz, Deklaration, Schadstoffgehalt, Menge und theoretischer Versorgung nach Zahlen. Viele weitere, wichtige Kriterien für eine gesunde Hundeernährung sind nach unserer Meinung in dem Test nicht berücksichtigt worden:

•    Frische und Qualität der Zutaten
•    Fleischwahl und Verzicht auf K3 Material
•    ausgewogene und artgerechte Zusammensetzung des Futters,
•    Fehlen von synthetischen Zusatzstoffen
•    natürliche Zutaten ohne Chemie
•    Fehlen von Aromastoffen (Zucker, künstliche Geschmackverstärker u.a.)

An dieser Stelle möchten wir zudem betonen, dass wir jede neu produzierte Charge im Labor analysieren lassen und uns hier an die von der Veterinärmedizin empfohlenen Werte halten.  Die notwendige Dosis an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen setzen wir, anders als die Industrie, auf rein natürliche Weise und nicht durch synthetische Vitamin- und Mineralstoffzusätze zu.

Die NRC Werte
WAS SIND DIE NRC WERTE
Die NRC Werte stammen aus den Staaten vom National Research Council. Diese haben die Werte von Effem foods/ Firma Mars übernommen. Die NRC Werte beschreiben die täglichen Bedarfszahlen für einen Hund und geben die genaue Menge/Tag/kg für jedes Vitamin, Mengen- und Spurenelement wieder.
Zusammengefasst werden diese NRC Werte in einer Tabelle, so dass dort für jeden Nährstoff eine exakte Vorgabe für den Tagesbedarf eines Hundes nachgesehen werden lkann.

Seit mindestens 20 Jahren existiert die in unseren Augen berechtigte Kritik von Tierärzten und Ernährungswissenschaftlern an diesen durch die Industrie vorgegebenen Werten vor allem in Bezug auf die extreme Höhe dieser Werte.
Vergleicht man nun diese NRC Werte für den Hund n mit den Mengen, die für einen erwachsenden, gesunden Menschen mit einem Durchschnittsgewicht von 75kg empfohlen von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sind, kommt man zu einem überraschenden Resultat.

Die meisten der NRC-Werte für den Hund sind um ein Vielfaches höher als für den Menschen. Dies betrifft die empfohlene Dosierung pro kg Körpergewicht als auch den Maßstab, der sich auf einen Kalorienverbrauch bezieht.
Aus veterinärmedizinischer Sicht gibt es jedoch keinerlei Begründung, warum ein Hund einen solch immens höheren Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen aufweisen sollte als ein Mensch. Insbesondere für die Werte, die beim Hund das 3- 9fache der empfohlenen Tagesmenge für einen erwachsenen Mensch betragen, sollten Zweifel an der Sinnhaftigkeit aufkommen.
Der Hintergrund der hohen Empfehlungswerte für den Hund
Im Humanbereich gibt es anders als in der Veterinärmedizin keine Standardwerte, die für einzelne Lebensmittel eingehalten werden müssen. Demnach   gibt es auch keine Gesetzgebung, die Mindestmengen an Vitaminen und Mineralstoffen für Alleinnahrungsmittel für den Menschen vorschreibt.
Somit muss ein bestimmtes. über den Handel vertriebenes Lebensmittel, nicht alle für den Menschen essentielle Nährstoffe in bestimmten Mengen enthalten. Der Mensch als mündige Person muss selber dafür sorgen, dass er und seine Kinder mit allen Nährstoffen in ausreichender Menge versorgt werden.
Beim Hund ist das anders. Hier schreibt der Gesetzgeber vor, dass in einer Dose alle Nährstoffe in den vom NRC vorgegebenen Mengen enthalten sein müssen. Um hier anscheinend „auf Nummer sicher zu gehen“, wurden diese Werte sehr hoch angesetzt.

Nach dem Motto „ lieber zu viel als zu wenig“ hat die Industrie in unseren Augen immens hohe Sicherheitsspannen in die von ihr vorgegeben Werte einberechnet. Die extreme Höhe der Sicherheitsspanne hat keinerlei wissenschaftliche oder medizinische Grundlage, welche diese rechtfertigt.
Dieses Übermaß an Nährstoffen ist im Fall von natürlichen Vitaminen und Mineralstoffen über Komponenten wie Gemüse, Obst, Kräuter etc. zunächst unbedenklich. Kritisch für den Hund kann jedoch eine dauerhafte Überdosierung von synthetischen Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen werden.Eine  dauerhafte Überdosierung mit diesen künstlichen Nährstoffen kann gefährlich werden. Bei einer wesentlichen, dauerhaften Überhöhung droht eine Kumulation (Ansammlung) der Nährstoffe im Organismus und damit eine chronische Vergiftung des Hundes.
Vor allem bei den durchschnittlich 10fach erhöhten Werten für den Kalzium/Phosphor Bedarf des Hundes darf man in diesem Zusammenhang nach unserer Meinung weniger von einer Sicherheitsspanne als vielmehr von einem Sicherheitsrisiko sprechen.
Einhergehend mit der steigenden Anzahl synthetischer Fertigfutter und Nährstoffergänzungspräparaten darf die   gehäufte Diagnose von Zivilisiationserkrankungen wie Diabetes, Leberinssuffizienzen und Nierenerkrankungen bei Hunden und Katzen  in den letzten Jahrzehnten nach unserer Auffassung nicht wundern.
Fakt ist, dass jegliche Abbauprodukte der im Übermaß gefütterten Nährstoffe über die Niere und Leber „entsorgt“ werden müssen. Einer solchen Überbeanspruchung ist auch ein gesundes Organ auf Dauer nicht gewachsen. Hinzu kommt die Speicherfunktion der Leber, die beispielsweise fettlösliche Vitamine wie das Vitamin A oder Spurenelemente wie das Kupfer in sich speichert. Eine Überbelastung dieser Speicher führt schnell zu einer Leberdysfunktion und chronischen Schäden dieses Organs.

Künstliche oder natürliche Zusätze
Im Zusammenhang mit der gesunden Ernährung des Hundes wird auch immer wieder über die Vor- und Nachteile künstlicher oder natürlicher Zusätze diskutiert. Interessant ist hierzu die Studie zum künstlichen Vitamin E durchgeführt von Graham Burton in Ottawa, der Erwachsene in zwei Gruppen teilte und die eine mit künstlichem und die andere mit natürlichem Vitamin E versorgte. Das Vitamin wurde jeweils oral aufgenommen. Der nach dem Testlauf festgestellte Gehalt an Vitamin im Serum der Testpersonen fiel niederschmetternd aus, da die Testgruppe, die mit künstlichem Vitamin E versorgt wurde einen deutlichen niedrigeren Spiegel aufwies als die andere Gruppe, die natürliches Vitamin aufgenommen hatte.(„Biocenetics of Vitamin E using, Graham Burton, Ottawa)
Diese Studie wird unterstützt von den Thesen von Hans-Ulrich Grimm, in seinem veröffentlichten Werk „Vitaminschock“. Hier wird umfassend dargelegt, dass künstliche Vitamine nicht die gleiche Wirkung im Stoffwechsel entfalten, wie die natürlichen Varianten. Zudem fehlt den künstlichen Vitaminen ihr natürliches Umfeld und damit ihre „Team-Spieler“ durch die sie ihre volle Wirkungsweise erst entfalten können. Verschiedene Vorstufen der Vitamine, wie sie auf natürlichem Weg durch das Essen von Obst oder Gemüse aufgenommen werden, ermöglichen erst gewisse Interaktionen und vielfältige Wirkungsweisen der Vitamine. Künstliche Vitamine sind hierzu nicht fähig und deswegen ihren natürlichen Zwillingen deutlich unterlegen. So besteht beispielsweise das Vitamin E in seiner natürlichen Form aus 16 verschiedenen Varianten, die in ihrer Gesamtheit das Vitamin E ausmachen. Chemisch nachgebaut werden, kann aber nur das all-rac-alpha-Tocopherol. Dies ist auch die einzige Variante, die von chemischen Tests bei Untersuchungen gemessen werden kann, weswegen die Messung von künstlichen und natürlichen Vitaminen nicht objektiv und vergleichbar sein kann (Vitaminschock, Hans-Ulrich Grimm, Droemer-Knaur Verlag).

Im wissenschaftlichen Aufsatz „Vorsicht vor Vitaminen“ von  O.Czitrich, 2005, Grin-Verlag, wird ebenfalls ein Unterschied zwischen natürlichen und künstlichen Vitaminen gemacht. Ausgehend von der Unwissenheit wie viele Arten an Vitaminen in natürliche gewachsenen Nahrungsmitteln wie Obst, Gemüse etc. stecken, sei es schwer alle Vitamine in ihrer Gesamtheit künstlich nachzubauen. Zudem sei die gesundheitliche Wirkung eines künstlichen Vitamins nicht mit einem komplexen und natürlichen Nahrungsmittel vergleichbar.

Unsere Analyse
Die Analysen unseres Menüs „Classic Huhn“ hat ergeben, dass wir bei den Werten zu Phosphor, Kupfer und Vitamin B12  75% der vom NRC empfohlenen Mengen erreichen. Berücksichtigt man die immens hohe Sicherheitsspanne, die wir bereits erläutert haben, ist mit diesen Werten auf keinen Fall von einer Unterversorgung des Hundes auszugehen.
Setzt man des Weiteren die erreichten Mengen unserer Analyse im Vergleich zu den für den Menschen empfohlenen Werten, so sind diese immer noch um ein Vielfaches höher.

Um jedoch der Verunsicherung unserer Kunden entgegen zu wirken, haben wir als Konsequenz in all unseren Menüs die Ration der Heilerde verdoppelt.
Hierdurch werden die natürlichen Mineralstoffe und Spurenelemente im Endprodukt erhöht. Die zusätzliche Beimengung von Bierhefe in unseren zukünftigen Rezepturen wird zudem die enthaltene Menge an Vitamin B12 erhöhen.

Wir betonen an dieser Stelle, dass wir dies nicht tun, weil wir von einer Unterversorgung des Hundes ausgehen, sondern um den NRC Werten und ihren nicht nachvollziehbaren Sicherheitsspannen gerecht zu werden.
Da wir eine erhöhte Aufnahme natürlicher Nährstoffe als unkritisch ansehen, sehen wir in der Erhöhung der natürlichen Zusätze keine Gefahr für den Hund.