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5.04.16

Alternative Heilmethoden – Sanfte Hilfe für den Vierbeiner

„Hunde haben die Seele eines Philosophen“, Platon,  griechischer Philosoph und Begründer der abendländischen Philosophie

Unheilbare Krankheiten, erfolglose Dauertherapie, unerklärliche Allergiebeschwerden oder einfach Unterstützung aus der Natur  für die klassische Schulmedizin: es gibt viele Gründe warum Hundebesitzer oder behandelnder Tierarzt sich für eine alternative Heilmethode entscheidet. Von Bachblüten über Akkupunktur, Physiotherapie, Bioresonanz Therapie bis hin zur Magnetfeldtherapie: fast alles, was die alternative Heilkunst für den Menschen bietet, ist auch für den Vierbeiner möglich. Allen Heilmethoden gemeinsam ist ihr ganzheitlicher Ansatz. Dies bedeutet, dass nicht nur die isolierten Symptome der Erkrankung behandelt werden, sondern der gesamte Körper. Dies wird durch zwei Grundgedanken gerechtfertigt: Zum einen hat ein Hund immer das „Anrecht auf mehrere Erkrankungen“. Dies bedeutet konkret, dass ein herzkranker Vierbeiner durchaus auch unter einer Arthrose leiden kann und umgekehrt. Des Weiteren beeinträchtigt eine Krankheit den Organismus immer mehr, als die offensichtlichen Symptome es auf den ersten Blick vermuten lassen- denn ein Organ ist kein isoliertes und ins ich geschlossenes System, welches still und allein vor sich hin arbeitet. Ein Organ gehört immer zu einem Ganzen und so ist bei Beschwerden des Einzelnen auch immer das Ganze betroffen. Diese „Nebenwirkungen“ einer Erkrankung versuchen die Heilmethoden aufzufangen und in ihrer Therapie mit zu behandeln. Weiterer Vorteil der individuellen Heilmetoden ist ihre Sanftheit, wofür sie einen gewichtigen Punkt mit Stern auf der „Pro-seite“ verdienen- denn „Heilen ohne Nebenwirkungen“ ist ein zentrales Argument aller Verfechter der alternativen Therapieformen und ganzheitlichen Therapieansätze und auch Vierbeiner.

An ihre Grenzen stoßen die alternativen Behandlungen selbstverständlich auch: ein offener Knochenbruch oder eine verschleppte eitrige Entzündung muss nach wie vor klassisch konservativ mit Operation  bzw. Antibiotika-Gabe behandelt werden, um anschließend evtl. naturheilkundlich unterstützt zu werden- alles andere wäre fahrlässig und gefährlich fürs Tier. Hier muss sich jeder Tierbesitzer und Tierarzt ganz klar seiner Verantwortung bewusst sein und richtig entscheiden.

Die richtige Entscheidung muss auch bei der Wahl der Naturheilmethode gefällt werden, denn je nach Beschwerde und Hund muss unter allen Varianten selbstverständlich die richtige Therapie mit Sorgfalt ausgewählt werden. Um den gewünschten Behandlungserfolg erzielen zu können, muss vor Beginn das Ziel definiert werden und geprüft werden: kann meine Methode der Wahl das überhaupt erreichen? Kann sie evtl meinen „tierischen Patienten“ nur unterstützen und mit welchen Nebenwirkungen muss gerechnet werden. Zudem sind nicht alle Heilmethoden, selbsternannte Heiler, wundersame Pülverchen und sagenumworbene Tropfen auch wirklich in der Lage dem Vierbeiner nachweislich zu helfen. Aufgrund der immer höheren Beliebtheit der Naturheilverfahren springen immer mehr Trittbrettfahrer auf und nutzen die Gutgläubigkeit verzweifelter Hundebesitzer, die auf der letzten Rettung für ihren Freund auf vier Pfoten sind.

Hilfe im Naturheilverfahren-Dschungel bringen hier auf dieses Fachgebiet spezialisierte Tierärzte sowie zahlreiche Studien, welche die Wirkung verschiedener traditioneller Nahrungsergänzer, Heilmethoden und Naturstoffe bereits erfolgreich belegen konnten.

Welchen hohen Stellenwert und spektakuläres Potential in den  alternativen Therapieformen schlummert, verdeutlichte  auf beeindruckende Weise der Medizin-Nobelpreis im letzten Dezember, den die chinesische Forscherin Youyou Tu erhielt. Sie extrahierte aus der Beifuß Pflanze einen wirksamen Wirkstoff gegen Malaria.

Doch auch hierzulande wird geforscht und das auf ganze hohem Niveau! Die wissenschaftliche Hochburg für natürliche Heilverfahren liegt im Ruhrgebiet, wo Professor, Visionär und Pionier Gutsav Dobos jährlich 20 bis 30 Studien zu alternativen Heilmethoden und ihre Wirkungsweisen veröffentlicht. In der Hauptstadt an der Berliner Charité lehrt Chefarzt und Professor Andreas Michalsen die Lehren der Naturheilkunde, die zum einen der Entstehung ernsthafter Erkrankungen vorbeugen soll und weiterhin dort helfen muss, wo die schulmedizinische Therapie nicht mehr weiter kommt- wie etwa bei chronischen Leiden. Aus diesem Grund werden in Berlin die Klinikräume um ayurvedische Behandlungsräume, Kältekammern, Akkupunkturnadeln, Meditationsräume und Wärmeliegen ergänzt und bieten so einen perfekten Mix aus herkömmlicher Schulmedizin und alternativen Behandlungsnöglichkeiten, die seither erfolgreich Hand in Hand gehen.Die Naturheilkunde hat sich somit zurecht ihren Platz sowohl in der Wissenschaft, als auch in der Praxis zurück erkämpft, legt ihr „Simsalabim-Image“ erfolgreich ab und zeigt sowohl bei Zwei- als auch bei Vierbeinern belegbare Wirkungen!

 

Auszug der Alternativmethoden für den Vierbeiner

 

Phytotherapie

Phythopharmaka haben eine jahrtausendlange Tradition. Ob bei den großen Medizinern im alten Griechenland, bei der Ayurveda-Therapie in Indien, in den Lehren der Heilung im Mittelalter oder in der der traditionellen chinesischen Medizin: Heilpflanzen spielen in der Medizin und Therapie von Mensch und Tier schon immer eine tragende Rolle.

Bis heute sind über 250.000 Heilkräuter bekannt, die in der Phytotherapie bei einer Vielzahl von Beschwerden eingesetzt werden- für viele der Kräuter wurde ihre Wirksamkeit bereits in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen. In Deutschland werden aktuell rund 600 Sorten in der gängigen Praxis verwendet. Der Ansatz der Phytotherapie ist wie bei fast allen naturmedizinischen Heilmethoden ganzheitlich, so dass nicht nur einzelne Symptome, sondern komplette Organsysteme oder der gesamte Organismus behandelt werden. Viele der Phytopharmaka besitzen ein breites pharmakologisches Wirkungsspektrum und werden vom Patienten besser vertragen, als synthetische Arzneimittel. Die Pharmakokinetik von Pflanzenpräparaten ist zudem nicht anhand einzelner Wirkstoffe messbar, sondern entsteht durch eine Ergänzung und Verstärkung verschiedener Inhaltsstoffe untereinander, so dass die Gesamtwirkung einer Pflanze oft stärker ist, als die ihrer einzelnen Bestandteile. Je nach Wirksamkeit werden die Heilpflanzen in Mite= mild und Forte= stark wirkend unterteilt. Die wichtigsten Ansatzpunkte von Heilpflanzen sind der Ersatz von im Organismus fehlenden Stoffen, die Katalysierung verschiedener Stoffwechselvorgänge, sowie antibakterielle Einflüsse. Den ersten großen „Durchbruch“ verzeichnet die Phytotherapie im 15. Jahrhundert- der Epoche in welcher der Buchdruck erfunden wurde und die Kräuterfibel sich schnell verbreitete. Mit Aufkommen des Penicillins im Laufe des 19. Jahrhundert schwand die Stellung der Phytotherapie. Heute werden Phytopharmaka wieder vermehrt eingesetzt, um Nebenwirkungen einer pharmazeutischen Therapie abzupuffern, Stoffwechselprozesse gezielt zu unterstützen, sowie das körpereigene Immunsystem zu aktivieren. Darreichungsform der Naturheilmittel bei Vierbeinern ist in der Regel oral – zubereitet als Tee, als Mischung zur Ergänzung des Futters oder verpackt in einem Snack.

 

Besonderheiten der Phytotherapie:

– zumeist gute Verträglichkeit

– große therapeutische Breite

– zumeist milde Wirkung

– synergistische und antagonistische Wirkungen

– Wirkstoffgehalt abhängig vom Ausgangsmaterial

und der Zubereitung

– gut geeignet für eine sehr individuelle Therapie

 

 

Bachblüten

Die (Hunde)Seele und ihr Gleichgewicht sind ein zentraler Punkt in der Behandlung mit Bachblüten. Die Therapie mit den wundersamen Blüten wurde in den 30er Jahren vom  englischen Arzt Dr. Edward Bach entwickelt. Sein Ausgangspunkt ist der, dass Verstimmungen, Blockaden und Disharmonien der Seele im weiteren Verlauf zu Erkrankungen und Leiden des Körpers führen. Dementsprechend setzt die Philosophie der Bachblüten genau an diesem Punkt an und behandelt wie alle Naturheilverfahren den gesamten Körper sowie Seele und Geist. Schon seinen eigenen Cocker-Spaniel behandelte Dr. Bach mit Bachblüten.

Es existieren 38 Blütenessenzen, die auch „Frohnaturen der Pflanzenwelt“ genannt werden und als Ziel haben die Selbstheilungskräfte des Körpers anzuregen sowie Geist, Seele und Körper zurück in ihre ursprüngliche Harmonie zu führen.

 

Homöopathie

Die Homöopathie hat ihre Ursprüngen in den Vorstellungen des deutschen Arztes Samuel Hahnemann (1755- 1843). Die Grundidee dieser Therapieform ist bereits in ihrem Namen zu finden: Der Begriff Homöopathie, setzt sich aus den griechischen Wörtern  „homois“: Gleichartig/ähnlich und „pathos“: das Leid zusammen. Der medizinische Pionier entwickelte den Ansatz  „Gleiches mit Gleichem zu heilen“:  „similia similibus curentur“. Jedes  homöopathischen Mittels ist deswegen so gewählt, dass es beim gesunden Organismus die Symptome auslöst, die bei der zu behandelnden Krankheit auftreten. Hierfür ist jedoch die Gesamtheit des Krankheitsbildes heranzuziehen -einschließlich des Gemütszustandes – und nicht nur ein einzelnes Symptom. Das Gesamtbild der Erkrankung bezeichnete Hahnemann als „Arzneimittelbild“ und hielt jedes in einer umfangreichen Tabelle fest.

Die homöopathischen Mittel entstehen nach dem Prinzip der Potenzierung. Hierzu werden die Grundsubstanzen (tierischen, mineralischen und pflanzlichen Ursprungs) stufenweise mit Verdünnungsmitteln wie Ethanol, destilliertem Wasser, Glycerin und Milchzucker verdünnt und gleichzeitig „dynamisiert“ (schütteln oder verreiben). So entstehen aus den „Urtinkturen“ die Homöopathika. Diese werden als Flüssigkeit, Globuli oder in Ausnahmefällen auch in Form von Tabletten angewendet.

 

Akkupunktur

Das Wort Akupunktur kommt aus dem Lateinischen und setzt sich aus den beiden Wörtern „acus“ (die Nadel) und „pungere“ (stechen) zusammen. Die heilende Kunst mit den spitzen Nadeln entspringt der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) und wird aus diesem Grund traditionell mit den chinesischen Heilkräutern kombiniert. Schon vor 3500 Jahren wurden Tiere in China auf diese Art behandelt. Die Wirkungsweise dieser Therapie besteht darin, dass durch das Setzen der Nadeln an bestimmten Stellen- den sogenannten Akupunkturpunkten – die Haut, das darunter liegende Gewebe und die dazugehörigen Organe und Funktionskreise beeinflusst werden. In der Vorstellung der TCM ist jedes Körperteil mit jedem anderem in einem Kreislauf verbunden. Ein Organ wird sowohl in seiner individuellen Fähigkeit, als auch in seiner Aufgabe innerhalb des gesamten Organismus behandelt. Mit der Akupunktur wird versucht den Körper wieder in sein natürliches Gleichgewicht zu bringen. Je nach Krankheit und gewünschtem Effekt liegen die Akupunkturpunkte auf oder neben ganz bestimmten Bahnen- den sogenannten Meridianen. Die Chinesen beschrieben diese als energetische Leitbahnen, die beidseitig und symmetrisch am Körper von oben nach unten (Yang-Meridiane – außen) und von unten nach oben (Yin-Meridiane – innen) fließen. Diese empirisch gefundenen Akupunkturlinien konnten- nach bester „westlicher Genauigkeit“- in der Wissenschaft  durch Versuche nachgewiesen werden. An jedem Akupunkturpunkt ist die Haut etwas vertieft und es sind Nerven und Blutgefäße in unmittelbarer Nähe zu finden.

Osteopathie

Entwickelt vom amerikanischen Arzt  Andrew Tayler Still (1828 – 1917) ist die Osteopathie eine ganzheitliche Heilmethode, deren Name  sich aus den altgriechischen Wörtern „Osteo“: Knochen und „Pathos“: Leiden zusammensetzt.

Der Arzt hatte die Vision mit seiner neuen Medizinform die Lücken der Schulmedizin zu füllen und therapeutische Grenzen auszuweiten. Seine Ideen und Vorstellungen bilden bis heute das Fundament der osteopathischen Therapie  für Zwei- und Vierbeiner.

Nach einem fortlaufenden Entwicklungsprozess besteht die Osteopathie heute aus drei Säulen:

– parietale Therapie (Knochen, Gelenke und Wirbelsäule)

– viszerale Therapie (Innere Organe)

– cranio-sakrale Therapie (Zusammenhang zwischen Wirbelsäule und Kopf über die Hirn- und Rückenmarkshäute)

Die Osteopathie verfolgt die Grundvision, dass alle Krankheiten mit einer Einschränkung der Beweglichkeit von Körperstrukturen im Zusammenhang stehen. Nach dieser Idee ist ein Organismus nur dann gesund, wenn die Versorgung aller Gewebe durch das Nerven- und Gefäßsystem sichergestellt ist und der Körpers in der Lage ist, sich selber zu regulieren und seine Selbstheilungskräfte zu mobilisieren.

Verletzungen, Narben, Muskelverspannungen oder sogenannte Blockaden stören diese Regulation, begünstigen eine Erkrankung und verhindern eine Heilung. Der  Organismus funktioniert wie ein Uhrwerk: alle kleinen Rädchen müssen  perfekt ineinander greifen, damit das „Große und Ganze“ reibungslos funktioniert.

Mit passiven Bewegungen, tasten, fühlen oder drücken werden  Dysfunktionen im ganzen Körper gesucht und dann manuell gelöst, wodurch der Schmerz gelindert und die Beweglichkeit verbessert wird.

geschrieben von Hanna Stephan
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