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30.10.17

Leishmaniose

Reisekrankheit, Import-Parasitose und potentielle Zoonose

Kleine Parasiten mit großer Wirkung: die gefürchteten Leishmanien sind Einzeller, welche die weißen Blutkörperchen im Knochenmark des Hundes befallen und durch ihre Vermehrung zunehmend Schäden im Organismus anrichten: Haut, Niere, Leber, Auge. Die Ausprägung und Symptome können bei jedem infizierten Tier anders ausfallen.

An Bedeutung gewinnt die Leishmaniose vor allem bedingt durch ihre potentielle Übertragung auf den Menschen und die zunehmende Verbreitung in Deutschland- ausgelöst durch Klimaerwärmung, „gerettete Hunde“ aus dem Mittelmeerraum und vermehrte Reisetätigkeiten mit Haustieren. Übertragen wird die parasitäre Infektionskrankheit über Stechmücken der Gattung Phlebotomus oder Lutzomyia (Sandmücke), welche sich durch die klimatischen Veränderungen nun auch in Deutschland anzusiedeln beginnen. In Baden Würtemberg konnten bereits erste Stechmücken dieser Gattungen nachgewiesen werden.

 

Im Organismus angekommen vermehrt sich der Parasit intrazellulär, weswegen er vom Immunsystem nur sehr schwer erkannt werden kann. Seine Verbreitung im Organismus schwächt die körpereigene Abwehr, so dass infizierte Hunde häufig unter sekundären bakteriellen Infektionen leiden.

Inkubation und Symptome

 

Die Inkubationszeit für Leishmaniose ( Zeitruam von Infektion bis Auftreten erster Symptome) kann 4 Wochen bis 7 Jahre betragen. Diese sehr variable und unter Umständen lange Zeitspanne sowie die zu Beginn sehr unspezifischen Symptome erschweren eine Diagnose.

Erste Anzeichen einer Infektion sind gehäufte bakterielle Infektionen, allgemeine Trägheit, Lahmheit und Durchfallgeschehen. Typisch sind zudem eine schleichende Abmagerung, unregelmäßige Fieberschübe sowie intermittierender Muskelentzündung en mit fortschreitender Muskelatrophie (Muskelrückbildung). Dadurch bedingt sind die betroffenen Hunde kaum belastbar, ermüden schnell und leiden unter Schmerzen beim Laufen.

Schlägt sich die Leishmaniose vor allem auf die Haut des Tieres nieder sind  chronische Ekzeme  an Pfote, Ellenbogen, Knie und Leistenregion typisch. Die haarlosen, schuppigen Hautveränderungen gehen ohne Juckreiz einher, werden aber häufig sekundär von Hautparasiten oder Bakterien infiziert. Klassisch für die Hautausprägung einer Leishmaniose sind Brillenbildung und Fransenohren Die haarlosen, vorgeschädigten Ohrenränder locken Fliegen, Mücken und andere Schädlinge an, welche eine Ausfransung des empfindlichen Ohrenrandes bewirken. Die Brillenbildung um Auge und Nasenspiegel darf nicht mit einem Milbenbefall verwechselt werden, denn bei einer Leishmaniose Brille entstehen mit Sekret gefüllte Ekzeme. Das mukokutane Sekret dieser Bereiche enthält eine hohe Menge an Erregern, so dass diese Bereiche hochinfektiös sind und auch für den Menschen eine potentielle Ansteckungsgefahr innehaben.

 

Therapie und FütterungBesser als jede Therapie ist selbstverständlich die Prophylaxe einer Leishmaniose – dies bedeutet in erster Linie den Hund vor einem Stich durch Sandmücken zu schützen. Wenn die potentiell gefährlichen, südlichen Länder nicht vermieden werden können, so sollte auf ausreichenden Schutz des Hundes geachtet werden. „Spot on“ Präparate oder Halsbänder, die Imidacloprid und Permitrin enthalten, sind Mittel der Wahl, um die Mücken fern zu halten.

 

„Goldstandard“ in der (lebenslangen!) Therapie akut erkrankter Leishmaniose Hund ist die Kombination aus Allopurinol, welches die Vermehrung der Leishmanien hemmt und einem leishmaniziden Meglumin-Antimonat
Um eine Xanthin-Urolithiasis als Nebenwirkung der Allopurinol-Gabe zu vermeiden, muss der betroffene Hund lebenslang purinarm ernährt werden, weswegen vor allem Innereien zu vermeiden sind. Zudem ist eine proteingemäßigte und phosphorarme Ernährung angeraten, um die Organe (Vor allem Leber und Niere) zu entlasten. Vor allem die Nieren werden durch die potentielle Nephrotoxizität der Leishmaniose- Medikamente zusätzlich belastet. Eine Immunstärkung durch hochwertige, natürliche &vitaminreiche Komponenten im Napf ist in jedem Fall eine sehr gute, tägliche Unterstützung- nicht nur für Leishmaniose Hunde! Auf hohe Mengen Getreide, Stärke  und weitere schwer verdauliche Zutaten (z.B. mit einem hohen Bindegewebsanteil) sollte verzichtet werden, um den Hundeorganismus nicht noch zusätzlich zu belasten.

 

 

 

geschrieben von Hanna Stephan
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