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16.03.17

K3 Material – Abfälle der Fleischindustrie als legale Zutat im Hundenapf

Hochwertige Sachen kosten Geld- das ist bei unserem Essen so, bei frischen Zutaten in hoher Qualität und bei allem, was wirklich gut ist. Warum sollte es bei Futter für den Hund anders sein? Wie kann der steigende Fleischpreis auf den Großmärkten die Näpfe unserer Vierbeiner quasi unberührt lassen und es weiterhin  möglich machen seinen Hund für ein paar Cent am Tag zu ernähren?
Wirft man einen Blick auf die Zutatenliste der günstigeren Menüs geht einem jedoch schnell ein Licht auf: statt hochwertigem Muskelfleisch als Hauptzutat verwenden diese Anbieter in der Regel „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“, sowie pflanzliche Nebenerzeugnisse. In vielen Fällen handelt es sich bei der tierischen Eiweißquelle um einen wilden Mix an Proteinquellen mit meist 4 oder mehr Fleischsorten wie z.B. Schwein, Rind, Huhn, Pute, Schaf oder Rothirsch.

Minderwertiges als legale Zutat im Hundenapf
Die Tierfutterbranche darf bereits lange Zeit weitestgehend unbeobachtet agieren, was dazu führte, dass die Rohstoffe zur Verarbeitung von Tierfutter immer freier gewählt wurden und beinahe jede mögliche Zutat heutzutage zur Verarbeitung von Futter verwendet wird. Dieser Missstand hat einen legalen Hintergrund: Die Tierfutterindustrie und damit die Hersteller von Hunde- und Katzennahrung gehören nicht in den Bereich der Lebensmittelwirtschaft, sondern werden der Entsorgungswirtschaft zugeordnet. Ein Futtermittelbetrieb arbeitet deswegen, anders als ein Lebensmittelbetrieb, denn er verarbeitet Entsorgungsmaterial der Kategorie 3 zu Tiernahrung.
Dadurch fällt die Herstellung von Hundefutter in den Bereich der Entsorgungs-/Abfallwirtschaft und ist ein damit ein Teilprozess der Tierkörperverwertung. Zu unterscheiden sind hier nach der EU-Verordnung (EG) Nr. 1069/2009 (Verordnung über tierische Nebenprodukte) anhand der von dem Entsorgungsmaterial ausgehenden Gefahr drei Kategorien: K1, K2 und K3.

Kategorie 1
Die Kategorie 1 enthält Fleisch und tierische Nebenprodukte mit dem höchsten Risiko, also Haustiere, Wildtiere oder Nutztiere, die aus Krankheitsgründen getötet wurden oder verendeten, insbesondere TSE verseuchte Tierleichen sowie mit Chemikalien oder verbotenen Stoffen kontaminierte Tiere und Versuchstiere. Material der Kategorie 1 muss vollständig als Abfall entsorgt werden. Das Material ist ab 1. Juli 2008 im innereuropäischen Handel mit Glycerintriheptanoat (GTH) zu kennzeichnen und in schwarzen Behältnissen zu transportieren.

Kategorie 2
Diese Kategorie enthält Fleisch und Nebenprodukte mit dem Risiko anderer, nicht übertragbarer Krankheiten. Sie umfasst getötete, also nicht geschlachtete Tiere, tierische Nebenprodukte (beispielsweise Milch), importiertes und nicht ausreichend kontrolliertes Material, Tierprodukte mit Rückständen von Medikamenten.

Kategorie 3
Sogenanntes K3-Material bezeichnet vor allem Abfälle und Nebenprodukte aus Schlachtbetrieben, Küchen- und Speiseabfälle, für den menschlichen Verzehr nicht mehr geeignete Lebensmittel tierischen Ursprungs, Rohmilch, frischen Fisch oder frische Fischnebenprodukte. Daneben finden sich hier auch Tierteile, die zwar zum menschlichen Verzehr geeignet sind, für die es jedoch im betreffenden Land wenig Nachfrage gibt, beispielsweise Kutteln, Zunge und weitere Innereien. Es darf ausschließlich zu Tierfutter weiterverarbeitet werden. In Deutschland ist darüber hinaus die Verfütterung von Fetten aus Geweben warmblütiger Landtiere und von Fischen an Wiederkäuer verboten. Fette aus Geweben warmblütiger Landtiere dürfen in Deutschland auch nicht an andere zur Lebensmittelgewinnung dienende Tiere und Pferde verfüttert werden. K3-Material ist wiederholt Ausgangspunkt für die Lebensmittelskandale rund um das sogenannte Ekel-/Gammelfleisch.

Zum K3-Material gehören

•    Küchen- und Speiseabfälle, soweit nicht aus grenzüberschreitendem Verkehr
•    Schlachtkörperteile, die genussuntauglich sind, die jedoch keine Anzeichen einer übertragbaren Krankheit zeigen und die von Tieren stammen, die genusstauglich sind
•    Rohmilch
•    Haare, Pelze, Hörner usw. von klinisch unauffälligen Tieren
•    Tierische Abfälle aus der Lebensmittelindustrie
•    Häute, Hufe und Hörner, Schweineborsten und Federn von Tieren, die nach einer Schlachttieruntersuchung in einem Schlachthof geschlachtet wurden
•    überlagertes Fleisch
•    verdorbene Lebensmittel
•    minderwertiges Fleisch
•    Fleisch von Tieren unter erheblicher Stressbelastung
•    Blut von Tieren (nicht von Wiederkäuern), die nach einer Untersuchung in einem Schlachthof geschlachtet wurden
•    Tierische Schlachtkörperteile und Nebenprodukte, die bei der Herstellung von für den menschlichen Verzehr bestimmten Erzeugnissen angefallen sind, und entfettete Knochen und Grieben
•    Fische oder andere Meerestiere, sowie Fischabfälle (ausgenommen Meeressäugetiere)
•    Ehemalige tierische Lebensmittel, die aus anderen, nicht gesundheitsschädlichen Folgen, z.B. Verpackungsmängeln, für den menschlichen Verzehr nicht mehr bestimmt sind

Dieses unverzüglich durch Beschriftung zu kennzeichnende Fleisch darf nur zur Herstellung von Tiernahrung in einem zugelassenen Heimtierfutterbetrieb oder zu nicht mehr essbaren Produkten verarbeitet, z. B. zu Schmierfetten verwendet werden. Es darf auch zur Kompostierung oder Biogasherstellung verwendet werden.

Terra Canis ist der erste Hersteller der entgegen der obigen Vorgehensweise seine Menüs für Hunde und Katzen in einem reinen Lebensmittelbetrieb und ausschließlich mit lebensmittelechten Zutaten herstellt.

Was heißt eigentlich Lebensmittelqualität?
Lebensmittelqualität besitzen grundsätzlich alle Produkte (Rohstoffe & weiterverarbeitete Produkte), die aufgrund Ihrer Frische, Qualität und Bestimmung für den menschlichen Verzehr bzw. den Humanbereich zugelassen sind. Bezogen auf Fleisch geht es hier um alle Schlachterzeugnisse, die für den menschlichen Verzehr geeignet und bestimmt sind bzw. zur Weiterverarbeitung zu Produkten wie Aufschnitt, Würste etc. Dieses Material darf zu keinem Zeitpunkt die Kühlkette verlassen und unterliegt sehr strengen hygienischen Vorschriften. Übersteigen beispielswiese die Keimzahlen von Fleisch bestimmte Maximalwerte, darf das Fleisch nicht mehr für den Humanbereich/Lebensmittelwirtschaft verwendet bzw. gehandelt werden. Es verliert damit den Status der Lebensmittelqualität und wird automatisch zu Entsorgungsmaterial/K3 Material. Terra Canis verwendet für seine Menüs ausschließlich Rohstoffe, die zum Zeitpunkt der Verarbeitung in der Metzgerei Lebensmittelqualität besitzen.

Vorsicht vor falscher „Lebensmittelqualität“
Neben Terra Canis gibt es mittlerweile einige wenigen Firmen, die  ebenfalls auf echter Lebensmittelbaisis arbeiten und damit Hunden und Katzen auch die Qualität bieten, wie diese Tiere sie in der freien Natur vorfinden. Leider gibt es auch immer mehr Trittbrettfahrer, also Firmen, die mit dem Begriff Lebensmittelqualität werben und diesen auf Ihre Produkte schreiben, dennoch aber in einem Futtermittelbetrieb produzieren und keine echten Lebensmittel verwenden. Viele werben auch mit folgenden Worten: „Das Fleisch stammt aus der Lebensmittelwirtschaft“ oder „Das Fleisch stammt von für den menschlichen Verzehr geschlachteten Tieren“. Hier ist Vorsicht geboten. Nach den geltenden EU Gesetzen und Verordnungen dürfen grundsätzlich nur Schlachterzeugnisse zu Tiernahrung weiter verarbeitet werden, die von Tieren stammen, die für den menschlichen Verzehr geschlachtet wurden. Das ist also nichts Besonderes. K3 Material stammt daher IMMER von für den menschlichen Verzehr geschlachteten Tieren und damit ursprünglich aus der Lebensmittelwirtschaft.  Das bedeutet aber eben nicht, dass das Material/Fleisch zum Zeitpunkt der Verarbeitung zu Tiernahrung noch Lebensmittelqualität besitzt. Abzustellen ist immer auf die Qualität in dem Moment, wenn es zu Tiernahrung verarbeitet wird, nicht auf den Ursprung  bzw. auf eine Qualität zu einem früheren Zeitpunkt. Viele Schlachtkörperteile besitzen per se keine Lebensmittelqualität (Hufen, Federn, Felle, viele minderwertige Organe usw.) und fallen damit unmittelbar bei der Schlachtung in die Kategorie 3. Andere besitzen grundsätzlich Lebensmittelqualität, verlieren diese aber mangels Frische und/oder Hygiene bzw. weil die Kühlkette unterbrochen wurde (verdorbenes Fleisch, zu hohe Keimzahlen, „Gammelfleisch“, abgelaufenes MHD usw.). Beides wird zu K3 Material und geht damit in die Futtermittelindustrie. Das Gleiche passiert in der Bio-Wirtschaft. Das heißt, auch die meisten Bio-Hundefutter auf den Markt werden aus dem gleichen K3-Material hergestellt, mit dem einzigen Unterschied, dass dieses von Bio-Tieren stammt. Dennoch ist es in der Regel Entsorgungsmaterial wie bei herkömmlichen Hundefutterprodukten. Terra Canis  geht seit 10 Jahren einen völlig anderen Weg. Fernab von K3 Material, Entsorgungswirtschaft und minderwertiger Qualität. Die Terra Canis Philosophie baut auf 100% Lebensmittelqualität aller Zutaten, die in einer Metzgerei, einem echten Lebensmittelbetrieb unter absolute Transparenz der Deklaration zu artgerechten Hundemenüs verarbeitet werden.

Du bist, was du isst: Hochwertiges Protein in Lebensmittelqualität statt K3
Der Hund als Fleisch- und Allesfresser zieht den Hauptteil seines Energiebedarfs aus tierischem Eiweiß. Aus diesem Grund muss jede Mahlzeit einen großen Anteil Fleisch enthalten. Es gilt: Je hochwertiger und frischer das Fleisch, desto hochwertiger sind die darin enthaltenen tierischen Proteine und Fette. Frisches Muskelfleisch liefert dem Hund essentielle Aminosäuren und tierische Fettsäuren. Besonders wertvoll sind hier die Omega-Fettsäuren, die eine wichtige Funktion im Zellschutz und im Stoffwechsel des Hundes einnehmen. Hochwertige Innereien, wie frische Leber, liefern dem Vierbeiner Vitamine und Mineralstoffe auf besonders gesundem Wege. Durch die natürliche Herkunft werden die Nährstoffe vom Hund ganz besonders gut aufgenommen und verwertet, so dass sein Tagesbedarf rundherum optimal abgedeckt ist. Die Qualität des in der Nahrung enthaltenen Proteins lässt sich immer zuverlässig am Hund selber erkennen: glänzendes Fell, feste Krallen und eine gute Verdauung sind das sicherste Indiz für eine hochwertige Ernährung. Mit Fleisch und Rohstoffen in 100%iger und nachweisbarer Lebensmittelqualität geht die Hundeernährung zurück zu seinem Ursprung: in die Natur. Mit echter Lebensmittelqualität und dem Verzicht auf minderwertige Zutaten und K3Material bietet man seinem Hund, die Frische und Qualität, welche die Natur für den Wolf/Hund vorgesehen hat. In den letzten Jahrzehnten wurde nach Auffassung von Terra Canis die Ernährung des Hundes immer mehr entfernt, von dem was Natur und Evolution dem Tier in der Natur bieten. Viel Synthetik und Chemie, Unmengen an billigem Getreide, sowie die angesprochenen günstigen Proteinquellen wie Schlachtabfälle, Tiermehle oder Knochenmehle. Diese sind für den Hund nicht nur schwer verdaulich sondern fördern auch Unverträglichkeiten und Allergien. Terra Canis hebt mit seinen Produkten die Ernährung des Hundes wieder auf ein Niveau, welches bezogen auf die Qualität der Rohstoffe und die Zusammensetzung vergleichbar ist mit der Beute von Wolf und Hund in der freien Natur.

Wer die Verantwortung für ein Tier übernimmt, sollte das in allen Bereichen tun und nicht beim Napf anfangen zu sparen. Gutes muss seinen Preis haben. Eine gesunde Ernährung liefert die Basis für ein gesundes Leben ihres Hundes, fern von Zivilisationserkrankungen wie Diabetes, Übergewicht und Futtermittelallergien. Und so wird letztendlich doch gespart- nämlich in der Tierarztpraxis.

geschrieben von Hanna Stephan
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